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Sachstandsbericht bis 2021: Flutpolder Rösa

Die Bauausführung beruht auf dem Planfeststellungsbeschluss aus 2012.

Seit 2013 erfolgen die Ausführungsplanung und die sukzessive bauliche Umsetzung. Bereits 2015 wurden die örtliche Hochwasserschutzanlage von Rösa und Brösa sowie die Rückstausicherung des Mühlgrabens fertiggestellt.

Im Jahr 2021 folgten das Auslaufbauwerk sowie der 1. Abschnitt des Polderdeichs. Der Polderdeich, mit einem Investitionsvolumen von 3,5 Mio. Euro folgt im Wesentlichen der Trasse des bestehenden Muldedeiches und wurde auf einer Strecke von 1,15 km mit einer Höhe von ca. 4 m als Zweizonendeich mit innenliegender Kerndichtung errichtet. Dabei wurden Erdmassen von 75.000 m³ bewegt und eine separate Zufahrtsstraße angelegt. Die Zufahrtsstraße bleibt nach dem Abschluss der Baumaßnahme teilweise erhalten und verbessert so die landwirtschaftlichen Verkehrswege. Für die Abschottung des Bärengrabens im Ereignisfall wurde ein entsprechendes Siel vorgesehen, sodass bei Bedarf eine Steuerung vom Zufluss und Abfluss möglich ist.

Das steuerbare Auslaufbauwerk, mit einem Investitionsvolumen von fast 9 Mio. Euro, wurde als zweifeldriges Hubschütz errichtet. Die zwei Verschlüsse, mit einer Breite von jeweils 7,5 m, können automatisch gehoben oder abgesenkt werden. Insgesamt wurden bei dem Massivbauwerk ca. 2.000 m³ Stahlbetonverbaut, um die Standsicherheit im Ereignisfall zu gewährleisten. Der Abfluss bei einem voll eingestautem Polder beträgt beim Auslaufbauwerk ca. 60 m³/s.

Seit 2021 begann ebenfalls die Umplanung für das Einlaufbauwerk, welches zunächst als Sprengöffnung angedacht war, die dann auf Grund der vermehrt auftretenden Hochwasserereignisse der letzten Jahre und der damit verbundenen Unsicherheit hinsichtlich der Steuerung- und Überwachung im Ereignisfall verworfen wurde. Im Ergebnis der vertiefenden Planung, insbesondere für die gezielte Kappung des Hochwasserscheitels fiel die Wahl letztlich auf die konstruktive Ausbildung eines steuerbaren Einlaufbauwerks. Dabei werden bereits Grundlagendaten u.a. zur Hydrologie, dem Baugrund, naturschutzfachlichen Aspekten und bestehende und geplante Versorgungsleitungen im Untersuchungsgebiet aus vorangegangen Planungen genutzt. Ergänzend werden am Bauwerksstandort vertiefende Baugrunderkundungen durchgeführt, um so einen genauen Aufschluss über die Untergrundverhältnisse für die Bauausführung zu bekommen.

Ausblick 2022: Die Umplanung des steuerbaren Einlaufbauwerks wird fortgesetzt und die Baugrundhauptuntersuchung für den 2. Abschnitt vom Polderaußendeich wird durchgeführt.