Sedimentmanagementkonzept Sachsen-Anhalt

Ausgangssituation

Saale-Hochwasser 2013
Saale-Hochwasser 2013

Innerhalb der Flussgebietsgemeinschaft Elbe sind viele stoffliche Belastungen auf den Einfluss sedimentgebundener Schadstoffe aus historischen Einträgen zurückzuführen. Belastete Feinsedimente lagern sich in strömungsberuhigten Gewässerbereichen ab und werden ggf. bei veränderten Abflussbedingungen (Hochwasser) im Gewässer weiter transportiert.

Auch in Sachsen- Anhalt liegen auf Grund der industriegeschichtlichen Entwicklung Mitteldeutschlands wesentliche Schadstoffquellen für die Gewässer in Form von belasteten Altsedimentdepots in den Zuflüssen zur Elbe und auch in der Elbe vor. Deshalb arbeitet in Sachsen-Anhalt eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft an der Identifizierung und Bewertung von möglichen Maßnahmen zur Reduzierung von Altsedimentdepots als Schadstoffquelle.

Die Ergebnisse der dazu vorgenommenen, umfangreichen Untersuchungen sind eingegangen in das elbeweite Sedimentmanagementkonzept der Flussgebietsgemeinschaft Elbe (FGG Elbe) und in das Sedimentmanagementkonzept der internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE)

Zielstellung

Feinsedimentablagerung in der Bode
Feinsedimentablagerung in der Bode

Die Zielstellung des Sedimentmanagementkonzeptes von Sachsen-Anhalt besteht im 2. Bewirtschaftungszeitraum von 2015 bis 2021 vorrangig in der Umsetzung der im Sedimentmanagementkonzept der FGG Elbe enthaltenen Handlungsempfehlungen.

Umsetzung / Federführung

Die Umsetzung und Fortschreibung des Sedimentmanagementkonzepts ist Bestandteil des Schadstoffkonzeptes Sachsen Anhalts und wird wie das Schadstoffkonzept federführend durch die Ad hoc AG Schadstoffe in Sachsen Anhalt unter Leitung des LHW bearbeitet (siehe hier).

Arbeitsstand / laufende Arbeiten

Schwerpunkte 1.Bewirtschaftungszeitraum (2009- 2015)

Sedimentuntersuchung in der Bode bei Staßfurt
Sedimentuntersuchung in der Bode bei Staßfurt

Im Zeitraum der ersten Bewirtschaftungsphase wurden als Bearbeitungsschwerpunkte nachfolgende Leistungen realisiert:

  • Grundlagenermittlung zu relevanten Sedimentablagerungen,
  • Mitwirkung bei der Erarbeitung des Sedimentmanagement der FGG Elbe,
  • Detailuntersuchungen zu Sedimentablagerungen im Unterlauf der Bode und in ausgewählten Seitenstrukturen der Saale,
  • Prognose bzgl. der Art und des Umfanges der Wirkung von Schwebstoff- und Feinsedimenteinträgen auf geplante Retentionsflächen zum Hochwasserschutz.

Die Leistungen erfolgten unter Federführung in Verantwortung des LHW. Die dabei erzielten Ergebnisse stehen im Abschnitt "Abgeschlossene Leistungen" zum download bereit

Schwerpunkte 2.Bewirtschaftungszeitraum (2015- 2021)

Wilde Saale an der Peißnitz in Halle
Wilde Saale an der Peißnitz in Halle

Im 2. Bewirtschaftungszeitraum sind vorrangig Maßnahmen zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus dem Sedimentmanagementkonzept der FGG Elbe geplant. Dazu zählen:

  • Detailuntersuchungen von Sedimentablagerungen in den Seitenstrukturen der Unteren Saale und darauf aufbauend die
  • Entwicklung eines Gesamtkonzeptes bezüglich des Umgangs mit Altsedimentdepots im Bereich der Saale
  • der Abschluss der Untersuchungen zu den Sedimentbelastungsquellen im Unterlauf der Bode einschließlich eines Entscheidungsvorschlages.

Die Federführung und die Zuständigkeit für diese Projekte liegen in der Verantwortung der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF).

Einlaufbereich Muldestausee
Einlaufbereich Muldestausee

 Weiterhin sind nachfolgende Einzelprojekte geplant beziehungsweise bereits in Vorbereitung:

  • Prüfung von Optimierungsmöglichkeiten zum Schwebstoff- und Sedimentrückhalt im Muldestausee,
  • Pilotprojekt zum Feinsedimentmanagement an ausgewählten Saalestaustufen

Abgeschlossene Leistungen

Vorplanung zur Sicherung / Minderung / Beseitigung Altsedimentdepot Mühlgraben Halle

Fertigstellung: 2014

Auftragnehmer: Arcadis Deutschland GmbH

Im Gutachten "Mühlgraben Halle" werden die Schadstoffsituation, die Sedimentmenge im Mühlgraben sowie Lösungsansätze zur Sicherung / Beseitigung des Altsedimentdepots dargestellt.

mehr Informationen hier

Ermittlung des Remobilisierungspotentials belasteter Altsedimente in ausgewählten Gewässern Sachsen-Anhalts

Fertigstellung: 2013

Auftragnehmer: Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung (IWS) Lehrstuhl für Wasserbau und Wassermengenwirtschaft der Universität Stuttgart

Zur Ermittlung der Erosionsstabilität des Sedimentes wurden an kohäsiven ungestörten Sedimentablagerungen Vor-Ort-Messungen ("in situ") ausgeführt sowie ungestörte Sedimentkerne entnommen und labortechnisch untersucht.

mehr Informationen hier

Bestandsaufnahme belasteter Altsedimente in ausgewählten Gewässern Sachsen-Anhalts

Fertigstellung: 2012

Auftragnehmer: G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH

Im Rahmen dieses Projektes wurde der verfügbare Datenbestand zu Sedimentmengen und Sedimentbeschaffenheit recherchiert, ausgewertet und dokumentiert.

mehr Informationen hier

Schwermetalleinträge aus dem Schlüsselstollen in die Saale

Fertigstellung: 2012

Auftragnehmer: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung - UFZ, Department Fließgewässerökologie

Der Schlüsselstollen entwässert das durch langjährigen Bergbau geprägte ehemalige Mansfelder Kupferschieferrevier und stellt eine überregional wirkende Punktquelle für Schwermetalleinträge dar.

mehr Informationen hier

Fachberichte der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt

Um den Anforderungen der WRRL zu genügen, müssen u. a. auch die Emissionen aus Altlasten und dem Altbergbau erfasst und die Wirkung auf die Gewässer beurteilt werden.

Detaillierte Untersuchungen im Bereich des Schlüsselstollens und des Spittelwassers/Schachtgrabens erfolgten unter Federführung der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) Sachsen-Anhalt.

Die entsprechenden Dokumente finden Sie auf den Internetseiten der LAF unter http://www.laf-lsa.de/wasserrahmenrichtlinie/

Informationsveranstaltung im MLU Sachsen-Anhalt am 05.05.2011

Im Rahmen der Veranstaltung wurden folgende Themen vorgestellt und diskutiert:

Die Niederschrift zu dieser Veranstaltung finden Sie hier (pdf, ca. 0,1 MB)