Nein, an diesem Tag liegt der Fischaufstieg am Zahnabach bei Wittenberg trocken. Kein Krebschen und kein Fischlein und auch kein Würmchen kann heute die Passage vorbei am Wehr nutzen. Das ist aber gar nicht schlimm, sondern sogar gewollt. Denn im Azubi-Projekt des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt soll der Fischpass repariert werden. Nur für die kurze Zeit der Arbeiten liegt die Verbindung trocken.
Was ist geschehen: Uferbereiche am Fischaufstieg wurden mit den Jahren vom immerwährenden Strom des Wassers ausgewaschen und weggespült. Mit natürlichen Materialien lässt sich die Böschung wiederherstellen – eine wichtige und lehrreiche Aufgabe für die angehenden Wasserbauer und Wasserbauerinnen des ersten Lehrjahres.
Bündel aus Kiefernreisig, im Fachjargon Faschinen genannt, dünne Baumstämme, Wasserbausteine, Mutterboden und Körperkraft sind heute gefragt. Zuerst rammen die Azubis die Stämme etwa einen Meter tief in den Boden. Sie stecken damit die neue Uferkante ab. Natürlich unter der fachkundigen Anleitung ihrer Ausbilder. Danach hieven sie die Faschinen in die Lücke zwischen Holzpfählen und alter Böschung. Gut festtreten, und dann ist die Hälfte der Arbeit auch schon geschafft.
Im nächsten Schritt wird mit einem LKW Erde transportiert und aufgefüllt. Bis die Azubis Fahrzeug und Kran allein führen dürfen, übernimmt das noch ihr Ausbilder. Die Jugendlichen kommen aber mit Harke und Schippe zum Einsatz und verteilen die Erde, die die Lücken zwischen den Kiefernzweigen füllt. Nun arbeiten sie noch Rasensaat ein, alles schön gewässert, und dann heißt es wieder: Wasser marsch und freie Bahn für die kleinen und größeren Lebewesen im Zahnabach! Bis die Kiefernzweige verwittert sind, sollte der neue Bewuchs groß genug sein, um die wiederhergestellte Böschung vor einem erneuten Abrutschen zu schützen.
Paula und Sarah haben sich für die Ausbildung zur Wasserbauerin entschieden, weil sie gern in der Natur sind und gern handwerklich arbeiten. Ihr Resümee nach fast einem Jahr fällt positiv aus: „Wir gehen jeden Tag gern zur Arbeit“, sagen die beiden jungen Frauen übereinstimmend und strahlen das auch aus.
Teilgenommen haben am Azubi-Projekt auch Auszubildende des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt und des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt, womit einmal mehr das Miteinander und die guten Verbindungen zwischen den Betrieben gestärkt werden.
Alles über die spannenden Ausbildungsmöglichkeiten beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt erfahren Interessierte im Internet unter lhw.sachsen-anhalt.de. Auch der TSB und das Landeszentrum Wald bieten intreressante Ausbildungsmöglichkeiten an.
